Zuhause bei Uncle Ho
27. November 2006
Der unglaubliche Verkehr ist das erste, womit man in HCMC unwillkürlich Kontakt machen wird. Auf 8,3 Millionen Einwohner kommen ca. 3 Millionen Mopeds und als Neuankömmling kommt es einem vor, als würden sie alle gleichzeitig auf der Straße fahren, die man gerade überqueren will. In den Gegenden rund um Sehenswürdigkeiten gibt es daher manchmal Verkehrspolizisten, die Touristen über die Strasse begleiten, weil sie es sonst nicht auf die andere Seite schaffen würden. Zur Verdeutlichung des Chaos verlinke ich hier (mangels eigenem Foto) mal auf ein entsprechendes Bild bei Wikipedia.
In HCMC beginnt für jeden Reisenden, der das Land von Süd nach Nord bereist, die erste Etappe des von Kriegsschauplätzen gesäumten Highway 1. Ein Besuch im Kriegsopfermuseum verschafft einem ein erstes Bild, welche Greueltaten im Vietnamkrieg auf der Tagesordnung standen. Ein Lehrfilm, unzählige Fotos, einige Panzer, Flugzeuge und ähnliche Gerätschaften verdeutlichen, was das Land durchgemacht hat.
Einige Kilometer außerhalb von HCMC befinden sich die Cu-Chi-Tunnel, ein unterirdisches Labyrinth an Gängen, das den Vietnamesen in ihrem Guerillakrieg als Versteck gedient hat. Die Tunnel sind in drei Ebenen in den Boden gegraben und äußerst klein gebaut, sodass sich nur Vietnamesen problemlos durch die Gänge bewegen konnten.
Bei einer kurzen Begehung von vielleicht 50m in einem dieser Tunnel kann man sich ein Bild davon machen, wie abartig heiß und eng es da drinnen ist. Man kann sich kaum vorstellen, das Menschen in diesem 250km Tunnelsystem für längere Zeit lebten, darin Waffen lagerten, es mit Fallgrubenmechanismen absicherten und sogar die Rauchfänge der unterirdischen Küchen über hunderte Meter entfernt von der eigentlichen Kochstelle getarnt im Wald verlegten, um unentdeckt zu bleiben.
Details und Hintergründe zum Vietnamkrieg auf wikipedia.de.
Meine Fotos aus Saigon bei Flickr.com.
Kommentar abgeben


