Stop-and-Go am Mae Nam Chao Phraya
16. Oktober 2006
Tag 2 und 3 in Bangkok, Zeit fuer eine Tour zu den Sehenswuerdigkeiten der Stadt. Die Klassiker sind hier klarerweise die diversen buddhistischen Tempel. Der Grand Palace ist, wie der Name schon sagt, die groeßte und bedeutendste Anlage der Stadt. Tausende Touristen schieben sich durch den ehemaligen Wohnsitz des Koenigs, in dem sich ebenfalls einige buddhistische Staetten befinden. Weit weniger Andrang, aber viel sehenswerter ist meiner Meinung nach Wat Pho. Der goldene, liegende Buddha ist ueber 40m lang und 16m hoch und die Hauptattraktion dieser Anlage.
Gleich um die Ecke des Wats verlaeuft der Mae Nam Chao Phraya, was bietet sich daher besser an als eine kleine Rundfahrt auf dem Fluss? Von einem der Tourist Offices habe ich mir eine 1,5 Stunden Bootstour aufschwatzen lassen, die unter anderem einen Blick auf die koeniglichen Barkassen, einen schwimmenden Markt, eine Fischfarm und zum Abschluss das Wat Arun beinhalten sollte. Weiters mit mir an Bord ist Michelle, ein etwas aelterer Wirtschaftspruefer aus Frankreich.
Gemeinsam mit unserem Guide fuhren wir los und erfuhren am Weg zu unserer ersten Station, dass die koeniglichen Barkassen leider gerade renoviert werden und nicht zu besichtigen seien. Aber egal, wen interessieren schon alte Boote? Auf zur naechsten „Sehenswuerdigkeit“. Auf dem Weg dahin zeigte sich nach und nach das wahre Bangkok. Dank der starken Regenfaelle im Norden fuehrt der Fluss Hochwasser, ist schmutzig braun von der Erde und an vielen Stellen so hoch gestiegen, dass das Wasser in den Haeusern am Fluss in den Wohnzimmern steht. Die Kinder stoert das jedoch wenig. Sie schwimmen und spielen im Wasser, winken einem freundlich zu, oder lassen sich vom Boot ein Stueck mitnehmen. Ich persoenlich wuerde in die Bruehe nicht mal meinen linken Zeh strecken.
Angekommen beim schwimmenden Markt, stellt sich heraus, dass der „richtige“ schwimmende Markt, den man in jedem Prospekt sehen kann, weit ausserhalb von Bangkok liegt. Unserer besteht nur aus fuenf Booten mit ein paar Koechen und Lebensmittelhaendlern. Mittlerweile hat auch wieder der Monsunregen eingesetzt und wir fahren im stroemenden Regen die Kanaele entlang. Die Elektriker am Fluss scheint das Wetter weniger zu stoeren. Warum sollte man sich denn auch ueber ein paar Tropfen Regen Sorgen machen, wenn man zum Arbeiten ein Boot braucht und der Strommast metertief im Wasser steht?
Wir tingeln also weiter, Richtung Fischfarm, als der Fahrer das erste Mal den Motor abstellt. Kurzer Stopp, er laeuft an uns vorbei zum Motor im Heck des Bootes, ein Handgriff, wieder nach vorne, wir fahren weiter. Waer ja alles kein Problem, kann ja mal passieren das einem der Motor abbsaeuft. Ab dem zehnten Mal wird es dann aber doch leicht nervig. Die Zeremonie wurde schnell zur Standardprozedur im Fünf-Minuten-Takt. Unsere Tour dauerte dann auch drei Stunden, die „Fischfarm“ entpuppte sich als willkuerliche Stelle im Fluss an der der Fahrer stoppt, Futter ins Wasser wirft und ein paar Fische auftauchen um das Futter zu fressen.
Abgesehen vom wirklich schoenen Wat Arun im Khmer-Stil, war die Bootsfahrt ein voller Reinfall und haelt nicht, was sie verspricht. Kann man sich also getrost sparen. Nur wer einen Eindruck gewinnen will, wie aermlich die Verhaeltnisse fuer die Bevoelkerung rund um den Fluss ist, ist bei dieser Bootsfahrt richtig.
Den Rest der letzten beiden Tage habe ich mit Shopping und Party verbracht. Die Stadt zieht einem das Geld nur so aus der Tasche. Eine riesige Shopping-Orgie. Wir waren am Patpong-Market und im sieben stoeckigen MBK-Shopping Center. Es ist zwar alles unglaublich billig, aber Non-Stop-Shopping geht auch irgendwann ins Geld.
Fad ist mir jedenfalls nicht. Nach circa 2 Minuten in einem Pub habe ich John, Noell und Michael aus Irland kennengelernt, drei witzige, nette Kerle. Mit Carlos und Julia aus Brasilien war ich dann gestern den ganzen Tag shoppen, haben japanisch und libanesisch gegessen und wieder die Pubs unsicher gemacht.
Nun ist es Zeit fuer mich weiter zu ziehen und Richtung Norden nach Chiang Mai aufzubrechen. Ich werde heute den Nachtzug nehmen.
Hallo!
Klingt ja bis jetzt alles sehr spannend und abenteuerlich. Bin schon sehr gespannt, was wir als nächstes zu lesen bekommen.
Wünsch dir weiterhin viel Spaß und pass auf dich auf!!!
Bussi Heike
PS: Mich wundert nur, dass du am Ende deiner Bootstour nicht auch zum Juwelier geschliffen wurdest ;-)
Kommentar von Heike abgegeben am 16. Oktober 2006
Am Anfang hat mich deine Geschichte noch an unsern Viennale Ausflug zu den Buddhas in Bamiyan erinnert. Dann ist sie allerdings doch eher in Richtung hollywood'scher Verwechslungskomödie (oder war es doch Louis de Funnes?) abgeglitten, um schließlich in einer Neuverfilmung vom großen Fressen mit Cocktail-Einschlägen zu enden. Und wie sagt man so schön: Ende gut alles gut! Genieß die Zugfahrt - bin schon gespannt auf deine Schilderung des populärsten Verhekrsmittels!
LG
mask
ps: aus gegebenem Anlass, weil doch gestern das Kulturkino wieder stattfindet: als fixen Programmpunkt für deine Rückkehr (auch wenn's noch ein bissi weit weg ist) plane ich das seinerzeit besprochene Anti-Viennale-Festival mit 10 Blockbustern in 14 Tagen. Kauf also nicht alle DVDs von zukünftigen Filmen! ;-)
Kommentar von mask abgegeben am 16. Oktober 2006
@heike: die juwelier-tour ist mir seltsamerweise noch nicht untergekommen, aber ich bin sicher das bleibt mir nicht erspart.
@mask: mit banyan hat das hier alles noch nichts zu tun. thailand ist dafuer eindeutig zu touristisch. vielleicht in kambodscha oder vietnam.
wieiviele viennale-filme sind es diesmal? und zum blockbuster-festival komm ich selbstverstaendlich. aber wir hatten doch letztes jahr 20 filme, oder? das ist dann eigentlich aequivalent mit 40 blockbustern! ich bring auch gerne einen local-blockbuster mit, wennst willst. oder auch jeden beliebigen anderen film, was aus bollywood zum beispiel :-)
Kommentar von Markus abgegeben am 17. Oktober 2006
Servus Markus,
nette Storys, tolle Bilder! Bin grad in Warschau und les mir mitten in der Nacht deine Stories durch :) Jetzt kann ich wenigstens schlafen gehen ... hehe
Wünsch dir noch viel Spaß - funktioniert "die Kletterausrüstung" noch oder schon komplett abgewetzt???
Was mir bisher abgegangen ist in deinen Schilderungen (um mich wieder in die gewohnte Schublade zu stecken): Wie sind denn so die Asiatinnen drauf? ^^
Kommentar von Martin abgegeben am 19. Oktober 2006
Hallo, ich hab dir schon mal eine SMS geschickt auf dein Thai Handy, weiß aber nicht, ob sie angekommen is?? Wann kann man dich denn am besten erreichen - wg. Zeitverschiebung mein ich? Ich werds einfach mal versuchen! Werd am Weekend auch mal deine Berichte lesen, komm mal wieder zu gar nix im Moment - STRESS im Büro! Ich beneid dich so! Genieß es und laß es dir gut gehen! Bussi Jasmin
Kommentar von Jasmin abgegeben am 20. Oktober 2006
Die SMS ist leider nicht angekommen. Noch ist Thailand im Vergleich zu Oesterreich +5 Stunden im voraus. Nach der Umstellung auf Winterzeit sind es dann +6 Stunden.
Kommentar von Markus abgegeben am 21. Oktober 2006
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