Que bueno!
8. Juli 2008
Jeden Abend während der Fiesta de San Fermín finden in Pamplonas Stierkampfarena die Stierkämpfe der Feria del Toro statt. Nach dem ersten encierro sind es jeweils die Stiere, die am Morgen durch die Straßen getrieben wurden, die am Abend in der Arena den Torreros vorgeführt werden. Vor dem ersten encierro findet jedoch ein etwas anderer Stierkampf, ein Stierkampf zu Pferde, statt, den ich mir angesehen habe.
Ich betrete die Arena mit gemischten Gefühlen. Einerseits bin ich neugierig, wie die Stierkämpfe sein werden, andererseits weiß ich schon jetzt, dass ich dem Stierkampf nicht viel abgewinnen werde können, aber die Neugier siegt.
Die Arena ist bis auf den letzten Platz ausverkauft und neben mir sitzt ein richtiger aficionado, der mir mit Hingabe jede Einzelheit des Kampfes erklärt und mich zu begeistern versucht. Doch schon nach dem ersten paar Minuten ist für mich klar, dass dies ein sinnloses Unterfangen ist. Nicht, weil ich seine Ausführungen nicht verstehe, dass auch, aber hauptsächlich, weil ich mich für den Stierkampf einfach nicht begeistern kann. Die Kunst einen Stier mit möglichst eleganten Bewegungen zu töten, ist für mich nicht nachvollziehbar.
Im Grunde läuft das feige Spiel so: Der Stier kommt in die Arena und wird zuerst herumgetrieben um müde zu werden. Hat sich der Stier einigermaßen ausgetobt, beginnt das eigentliche tötliche Spiel. Der Torrero versucht vom Pferd aus dem Stier eine Lanze in den Nacken zu rammen. Je frischer der Bulle noch ist, desto länger sind die Lanzen. Nach und nach wird die Länge der Lanzen verkürzt. Je geschickter der Torrero die Lanzen platziert und je näher er dem Stier dabei kommt, umso größer der Applaus der Menge.
Ist der Stier soweit geschwächt, dass er sich nicht mehr auf den Beinen halten kann, wird er mit einem Stich in den Nacken endgültig getötet. Je nachdem wie gut der Torrero war, bekommt er eines oder beide Ohren des Stieres als Trophäe, die er auch dem Publikum bereitwillig zeigt. Der Stier wird nach draußen geschliffen, der blutige Sand wird entfernt und der nächste Kampf kann beginnen.
Zwischen all diesen Mannövern schreit mein Sitznachbar immer wieder begeistert „Que bueno!“ und stößt mir dabei gefällig zunickend mit dem Ellbogen in die Seite. Das einzige was ich „Que bueno!“ finde, ist die Art wie er aus seinem Weinschlauch trinkt und dass er mir das ebenfalls unbedingt lernen will.
Kommentar abgeben


