Encierro – The Bull Run
8. Juli 2008

Noch zwei Stunden bis zum encierro – dem Stierrennen, das jeden Tag um acht Uhr morgens beginnt. Ich begebe mich zur Strecke um einen möglichst guten Platz zu bekommen und traue meinen Augen nicht, als ich einer der letzten Ankömmlinge für das Spektakel bin. All die guten Plätze sind längst besetzt und das zwei Stunden vor dem Rennen. Sollten es tatsächlich all die Betrunken vor mir geschafft haben so klar zu denken und sich rechtzeitig ein Plätzchen zu sichern?

Unter einem der Gatter finde ich noch Platz. Die verbleibende Zeit bis zum Start verbringe ich damit mit Dan, der extra aus Australien für die fiesta angereist war, zu scherzen.

Die Strecke wird kurz vor dem Start abgesperrt und kein raus oder rein ist mehr möglich. Dafür sorgen die netten Herren mit Schlagstöcken, die mich zuvor liebevoll von meinem ursprünglichen Sitzplatz direkt auf dem Gatter der Rennstrecke vertrieben.

So kann ich nur Fotos aus der zweiten Reihe schießen, die aber auch schon den gänzlich unspektakulären Höhepunkt des Rennens zeigen. Die Menge beginnt zu rennen, die Stiere irgendwo dazwischen. Die dramatischen Stellen der Strecke sind nur für Zuschauer auf den Balkonen entlang der Strecke zu sehen, die die Einheimischen für teures Geld vermieten. Hier am Ende der circa 800 Meter langen Strecke, kurz vor der Stierkampfarena, gleicht der Lauf eher einem heiteren Almabtrieb als einer gefährlichen Mutprobe.

Den Abschluss findet der Lauf in der Stierkampfarena, wo alle Mitlaufenden noch etwas mit den Stieren in der Arena „Torrero spielen“, bevor die Tiere bis zum Abend in die Stallungen gebracht werden.

Hier ein Video des des ersten Laufes aus 2008:



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