Die Tempel von Angkor
10. November 2006
Die Tempelanlagen von Angkor sind ueberwaeltigend und atemberaubend. Einmalig in ihrer Vielfalt und unuebertroffen in ihrer Groeße. Drei Tage lang habe ich die beruehmtesten Tempel Kambodschas erkundet und fotografiert.
Die Tempel von Angkor wurden in einem Zeitraum von ueber 600 Jahren errichtet (zwischen 802 und 1432 nach Christus) und dies spiegelt sich auch in den vielfaeltigen Stilen der einzelnen Tempel wieder, die auf einem riesigen Areal nahe der Stadt Siem Reap verstreut sind. Um alle Tempel zu besichtigen benoetigt man auf jeden Fall mehrere Tage und einen Moped- oder Tuk-Tuk-Fahrer um die Distanzen zu ueberwinden.
Die bekanntesten Tempel sind Angkor Wat, Bayon mit seinen steinernen Gesichtern in der Anlage von Angkor Thom und natuerlich Ta Prohm, einem der Drehorte von Lara Croft: Tomb Raider.
Jeder dieser Tempelanlagen hat seine eigene, durch die jeweilige Epoche gepraegte Architektur. Angkor Wat ist bekannt wegen seiner Groesse und der impossanten Silouhette im Morgengrauen, ist aber leider auch ueberlaufen von einem stetig wachsendem Besucherstrom. Es ist das nationale Wahrzeichen der Nation, ziert die Flagge Kambodschas und ist Namespatron und Logo des Angkor Biers.
Mein persoenlicher Favorit ist Ta Prohm, eine wunderschoene Tempelanlage, die gleichzeitig die zerstoererische Kraft der Natur widerspiegelt. Zahlreiche Baeume winden sich um Tempelmauern und sprengten mit der Zeit die von Menschenhand geschaffenen Barrieren ihres Wachstums. Wurzeln schlaengeln sich meterlang an Steinwaenden entlang und bringen Teile des Tempels zum Einsturz.
Leider musste ich mir den Anblick mit der Besatzung von fuenf japanischen Reisebussen teilen, die wie ein Heuschreckenschwarm durch den Tempel zogen sich mit Hingebung vor jedem Baum und Stein in Pose warfen.
Bei meinem zweiten Besuch in Angkor Wat hatte ich eine nette Unterhaltung mit einem ehemaligen buddhistischen Moench, der aus dem Kloster austrat um eine Schule fuer Kinder zu eroeffnen, die sich die oeffentlichen Schulen nicht leisten koennen. Fuer Pruefungen muessen die Schueler in den staatlichen Schulen naemlich Gebuehren bezahlen. Ein Luxus, den sich viele Familien in Kambodscha nicht leisten koennen. Om, der Leiter der Schule, kommt gerade so ueber die Runden, lebt von Spenden von Touristen und verdient sich etwas Geld als Guide in Angkor Wat dazu.
Einen Lehrer seiner Schule hat er gerade verloren. Er konnte ihm das Gehalt von 15 $ pro Monat nicht mehr bezahlen. Wunderbare Sehenswuerdigkeiten und Massen an wohlhabenden Touristen liegen in Kambodscha oft nur einen Schritt von unglaublicher Armut und existenzbedrohenden Umstaenden entfernt.

















WOW - echt beeindruckende bilder, auch wenn ich die geschichte von dem mönch und dem schulsystem voll arg finde. da können unsere lehrer schauen wie gut es ihnen mit ihrem fürstlichen gehalt und den langen ferien geht...
wie lang bleibst du denn jetzt noch in kambotscha? und wie schaut der weitere plan aus? ich hab langsam den eindruck (auch aus den anderen beiträgen), dass die ein bisschen party wieder einmal gut täte... ;-)
halt die ohren steif, genieß es weiterhin und lass wieder mal was von dir hören und sehen! ein paar bilder wo du drauf bist, wären wieder einmal gut - nachdem die kategorie der kulinarik erschreckend leer geblieben ist, hast du wahrscheinlich nur mehr 50 kilo und bist der liebste gast von allen tuk-tuks...
schöne grüße aus dem nicht nur von einer innenpolitischen krise geschüttelten sondern auch fast schon konservierend kaltem österreich.
mask
Kommentar von mask abgegeben am 12. November 2006
Die Geschichte von dem ehemaligen Mönch ist traurig und leider wahr. Ich hab seine email-Adresse, du kannst gerne Kontakt mit ihm aufnehmen, wenn du etwas spenden willst.
Generell ist der Verdienst in Kambodscha alles andere als rosig. Die mir genannten durchschnittlichen Gehälter in Kambodscha liegen angeblich bei 260-320 Euro pro Jahr!
Was die Partymöglichkeiten in Kambodscha und bis jetzt auch in Vietnam angeht, läßt sich das wunderbar mit der Anzahl an Wasserfällen in der Sahara vergleichen. Oder ich renn da einfach immer unglücklich dran vorbei, keine Ahnung. Schadet aber nicht, mir ist auch so alles andere als langweilig.
Die kulinarische Ecke ist wirklich bis jetzt erschreckend leer, aber ich hatte mit weitaus abartigeren Sachen gerechnet, von denen ich berichten könnnte. Noch hält sich aber alles in Grenzen. Von banalem Schwertfisch und einem Larue (beligsches Bier das ich heut zum Essen hatte), willst ja wahrscheinlich nix lesen, oder?
Die politische Lage in Ö verfolge ich natürlich. Ist quasi ein Langdistanz-Kabarett. Wobei mir da das Lachen mittlerweile auch schon von hier aus schwerfällt. In Vietnam ist es da ja leichter mit der Regierungsbildung. Die haben nur eine Partei.
Kommentar von Markus abgegeben am 12. November 2006
Unglaublich schöne Fotos, vor allem das Erste! Viel Spaß in Vietnam und nicht vergessen: Bier Ba Ba Ba (333) trinken :-))
Kommentar von Jasmin abgegeben am 12. November 2006
333 hab ich natürlich schon getestet, ebenso Saigon Beer und LaRue. Alles wunderbar, nur kühles Zwickl geht mir hier in Asien ein bissl ab ;-)
Kommentar von Markus abgegeben am 14. November 2006
Freut mich zu sehen, dass du am Leben bist und es dir ausserdem gut geht! Hast du irgendwelche Probleme mit dem Visum gehabt? Ansonsten wirkt ja Kambodscha, wenn man sich nur die Fotos ansieht, wie ein richtig friedliches Fleckchen Erde! Nimmst du mir so ein Stück Tempel mit, dann könnte ich mir ja selbst ein Zentrum des Glaubens und des Friedens schaffen. Also wenn die Haftstrfen für soetwa nicht zu extrem sind, gib dir einen Ruck und schmuggle mit doch so was! Bitttttteeeee!!!
Ahja, wann kommst du jetzt eigentlich genau wieder? Erst im Jänner? ( Ich kann mir schon vorstellen, dass diese Information irgendwo auf dieser Seite steht, aber kennst mich ja )
lg,
Yavuz
Kommentar von Wuzi abgegeben am 14. November 2006
Keine Visa-Probleme, die haben mich sogar mit einem massivem hangover vom Vorabend einreisen lassen, und auch sonst alles ganz easy hier.
Das mit dem Stückchen Tempel wird allerdings nichts werden, weil ich
a) nicht mehr in Kambodscha bin
b) dort auch nicht hinter schwedisc... kambodschanische Gardinen will
c) die meisten tragbaren Teile schon längst weg sind
d) mein Rucksack auch so schon deutlich schwerer ist, als es die Fluglinien gern sehen.
Die Füße einer Statue, die man auf einem Fotos übrigens sieht, stehen deswegen so einsam da, weil viele der Figuren als Auftragsdiebstähle an "Kunstsammler" in der ganzen Welt gehen. Da gibt es angeblich ganze Foto-Kataloge von Angkor aus denen man aussuchen kann, was sie dir klauen sollen, hat mir mein Guide erzählt.
In Wien bin ich wieder ab 9. Jänner, wenn ich nicht doch auf einer Insel in Thailand eine Beachbar eröffne ;-)
Kommentar von Markus abgegeben am 15. November 2006
... ist wohl ein suchbildrätsel, das rosa bild vom Tempel und dein headline-bild... ich hab auch den fehler schon gefunden - die haben eine palme umgepflanzt...
... und ich glaub das mit den 50 kilo nicht - die fahrrad-tuctucs werden wohl immer noch kreidebleich, wenn sie dich sehen (nur wegen deinem schweren rucksack, eh klar..)
keep on ...
m
Kommentar von Markus abgegeben am 16. November 2006
Liebe Gruesse aus Jordanien
Unsere Reise ist zwar nicht so abwechslungsreich wie deine aber auch sehr interessant
Viel Spass noch
Kommentar von Ott Gerda,Franz abgegeben am 16. November 2006
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